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TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Studieren, Bauen, Forschen: Der Weiße Pavillon

Holz-PUR: Eine Schale aus PUR - Ein Kern aus Holz

Mehr als ein Jahr haben Bauingenieurstudenten intensiv entworfen, konstruiert und geforscht, geplant, akquiriert und organisiert und letztlich auch selbst gebaut, bis am 15. Juni 2011 auf dem Gelände des Technologie- und Innovationszentrums Berlin (TIB) am Humboldthain Der Weiße Pavillon feierlich eröffnet wurde.

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Die Idee
Bereits seit Längerem wünschten sich Studierende und Mitarbeiter am Institut für Bauingenieurwesen der Technischen Universität Berlin einen sozialen Treffpunkt auf dem TIB-Gelände. Im Zuge eines Entwurfsseminars der Bauingenieure am Fachgebiet „Entwerfen und Konstruieren – Verbundstrukturen“ unter der Leitung von Prof. Volker Schmid im Sommersemester 2010 sollte Abhilfe geschaffen werden. Bereits zu Beginn der Veranstaltung stand fest, dass der beste Entwurf anschließend im Innenhof des TIB-Geländes errichtet werden sollte, wobei sich Der Weiße Pavillon durch sein innovatives Konzept und modernes Design unter sechs  Entwürfen hervortun konnte.  

Von Studenten für Alle
Im darauffolgenden Wintersemester taten sich knapp 20 engagierte Studenten verschiedener Fachgebiete zusammen, um die Pläne für den Pavillon in die Tat umzusetzen. Um ein solches Projekt tatsächlich realisieren zu können, musste ein Bauantrag inklusive aufwendiger statischer Berechnungen eingereicht und geprüft werden. Hier kamen den Studenten nicht nur die Erfahrungen und die tatkräftige Unterstützung des Fachgebiets zu Gute, sondern sie konnten auch zeigen, was sie bislang an der Universität gelernt haben.  

Das Konzept
Das Konzept Des Weißen Pavillon besticht vor allem durch sein offenes Design. Die vier Türen können jeweils um 270° gedreht werden, sodass sie sich im geöffneten Zustand an die Wände anschmiegen. Auf der Innenseite grün gestrichen signalisieren die Türen schon von Weitem, wenn der Pavillon geöffnet ist. Im geschlossenen Zustand ist er mit seinem weißen ebenmäßigen Äußeren ein Blickfang und bildet einen interessanten Kontrast zum denkmalgeschützen Gelände des ehe-maligen AEG-Werks, dem heutigen TIB.

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Der Bau des Weißen Pavillons

Aller Anfang ist schwer
Abgesehen von statisch-konstruktiven Fähigkeiten waren auch organisatorisches Talent, Teamfähigkeit und baubetriebliches Wissen gefragt. So mussten Materialien und Werkzeuge bestellt und verwaltet, zahlreiche Ausführungszeichnungen angefertigt ein detaillierter Ablaufplan erstellt werden, um zu bestimmen, wann Kran, Bauzaun und andere Hilfsmittel bereit stehen müssen.  Viele Arbeitsstunden wurden aufgebracht, bevor tatsächlich der erste Bohrer und die erste Schraube angesetzt werden konnten. Denn auch das war Aufgabe der Studenten: Den Pavillon eigenständig aus seinen Einzelteilen zusammenzusetzen. So wurde über drei Monate hinweg, neben Vorlesungen, Prüfungen und Jobs der Pavillon zuerst in einzelnen Modulen in der Peter-Behrens-Halle am Institut für Bauingenieurwesen erbaut, bevor diese im April endlich auf dem Innenhof des Geländes zum Bauwerk zusammengefügt werden konnten.

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Die einzelnen Module Des Weißen Pavillon bestehen dabei aus Kiefernholzständern, die innen mit OSB-Platten und außen mit Purenit beplankt wurden. Purenit, eigentlich ein aus PUR- Dämmstoffresten gepresstes Recyclingmaterial, wurde bei diesem Projekt somit erstmals als konstruktiver Baustoff eingesetzt. Die Ergebnisse dieses Experiments werden über die kommenden Jahre beobachtet, was Den Weißen Pavillon zu einem Forschungsprojekt macht. Als alle Module zusammengefügt waren, wurde die Holzkonstruktion von der Firma Reaku kostenfrei mit einer 2-3 mm dicken PUR-Spritzbeschichtung der AB-Polymerchemie besprüht, um die Witterungsbeständigkeit herzustellen. Danach wurde der Pavillon gestrichen, um ihm die Farbe zu verpassen, die ihm seinen Namen gibt - Der Weiße Pavillon.

Forschung

Für den Bau des Pavillons wurden erstmals Polyurethan-Pressplatten in der Fassade eines Bauwerks eingesetzt. Um erste Anhaltspunkte zur Tragfähigkeit der Polyurethan Pressplatten und der Verschraubung von Purenit mit Holz zu erhalten wurden von den Studenten Abschertests und Auszugversuche in der Versuchshallte des Instituts für Bauingenieurwesen durchgeführt. Ebenso ist der Witterungsschutz durch die Beschichtung von Purenit-Platten mit einer 2-3 mm dicken Polyurethanspritzbeschichtung eine Weltneuheit. Der Bau des Weißen Pavillons wurde somit zu einem Experimentalbau, der Dank der Forschungsgelder der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wissenschaftlich dokumentiert und über mehrere Jahre evaluiert werden kann.

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Die Zukunft

Um allen Spendern und Unterstützern herzlich für Ihre Hilfe zu danken, wurde am 15. Juni 2011 die Eröffnung Des Weißen Pavillons feierlich begangen. Seit dem wird der Pavillon regelmäßig durch die Studenten als Café geöffnet. Außerdem wird Der Weiße Pavillon auch für Veranstaltungen verschiedenster Arten genutzt.

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Großzügige Geldgeber

Finanziert wurde das Projekt durch großzügige Spenden, unter Anderem von der Gesellschaft der Freunde der TU Berlin, der Fachschaft BauInx, dem Institut für Bauingenieurwesen, dem VBI Berlin Brandenburg und der Baukammer Berlin sowie den Berliner Ingenieurbüros Triconcept, Krone Hamann Reinke, HHP Berlin, Nixdorf Consult und Arup. Außerdem lieferten Material und Dienstleistungen die Firmen und Hersteller Spax, Simpson Strong-Tie, Hamann Metallbau, Heidelberg Zement sowie Puren, Bayer, AB-Polymerchemie und Reaku. Da es sich beim Weißen Pavillon auch um ein Forschungsobjekt zur Prüfung neuartiger und umweltfreundlicher Materialien handelt, wurde der Bau ebenfalls durch die DBU - Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Weitere Informationen

Wenn Sie mehr über Den Weißen Pavillon und seine Entstehung wissen möchten oder daran interessiert sind ihn für eine Ihrer Veranstaltungen zu nutzen, steht Ihnen das Studententeam unter , sowie die Mitarbeiter des Fachgebiets „Entwerfen und Konstruieren - Verbundstrukturen“ gerne für weitere Auskünfte zur Verfügung. Außerdem im Internet unter:
Projektseite des Pavillon: hier
Facebook.com: hier
YouTube.de: hier

Bautafel

Am Projekt beteiligte

Fachgebiet Entwerfen und Konstruieren - Verbundstrukturen Betreuung: Doreen Zauft, Prof. Dr.-Ing. Volker Schmid

Studenten: Sebastian Müller, Frederik Kratzert, Sandra Kirste, Jan Krüger, Marie Dörbaum, Frieder Graf, Katrin Wenzel, Steffen Wallner, Amélie Streubel, Levin Neß, Niklas Kolb, Karin Schulz, Stella Goldmann, Anni Sander, Florian Roet, Florian Rebstock, Martin Wildeman, Robert Statscheid

Fachgebiet für konstruktives Entwerfen und klimagerechtes Bauen Betreuung: Khaled Saleh-Pascha, Prof. Rainer Hascher Studenten: Marcel Brede, Christoph Basler, Sabrina Gieron, Christina Schreiber

Spender:
Puren GmbH, SPAX International GmbH & Co. KG, VBI Berlin-Brandenburg, Bayer AG, Baukammer Berlin, AB-Polymerchemie GmbH, Krone Hamann Reinke Ingenieurbüro GmbH, Simpson Strong-Tie, HHP Berlin Ingenieure für Brandschutz GmbH, Triconcept GmbH, Nixdorf Consult Architekten+Ingenieure, Arup, Gesellschaft der Freunde der TU Berlin, Hamann Metallbau, Institut für Bauingenieurwesen der TU Berlin, Reaku, Studentenschaft der TU Berlin, HeidelbergCement AG

Forschungsförderung:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Bauherr: Technische Universität Berlin

Veröffentlichungen

Veröffentlichungen
Detail - Das Architekturportal
link
Composite System of up-cycled PUR-Panels and Timber for a new Façade Structure
link
Verbundfassade aus Upcycling-PUR-Pressplatten und Holz für einen Lehr- und Forschungspavillon in Berlin
link

Zusatzinformationen / Extras

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